Pride Award 2018

Vom 16.7. bis zum 21.7.2018 konntet ihr hier entscheiden, wer den jährlichen Pride Award erhalten soll. Folgende Personen sind nominiert:

Dykes on Bikes

Dykes on Bikes

Als traditioneller Bestandteil der CSD-Demonstration führen sie den HAMBURG PRIDE seit vielen Jahren lautstark an: Die Dykes on Bikes Hamburg sind ein lesbischer Motorradclub und der erste und bisher einzige deutsche Ableger der ursprünglich aus San Francisco stammenden Dykes. Das Hamburger Chapter wurde am 2. August 2010 gegründet. Ein Motor mit Regenbogen-Flügeln ziert ihre Kutten, mit denen die Dykes für die Sichtbarkeit lesbischer Frauen sorgen. Obwohl amerikanischen Motorrad-Clubs nachempfunden, sind die Dykes keine „Rocker*innen“, sondern ein Charity-Club. Sie sind bei vielen Veranstaltungen der Community präsent und sammeln dort Geld für Regenbogenprojekte, etwa in Hamburgs russischer Partner*innenstadt St. Petersburg.

Claudia Kiesel

Claudia Kiesel

Seit vielen Jahren ist Claudia Kiesel aus der Hamburger Community nicht mehr wegzudenken. Als Gastronomin und Partyveranstalterin hat sie die lesbische Szene mit geprägt, als Vorstandsmitglied viele Jahre auch die Arbeit von Hamburg Pride e.V. gestaltet und lesbische Interessen vertreten. Die Mischung aus kommerzieller Erfahrung und politischem Engagement brachte sie dazu, an der Ostsee ihren Traum zu realisieren: Mit L-Beach hat Claudia Kiesel Europas größtes Frauenfestival geschaffen - offen für Frauen und Trans*, egal ob lesbisch, bi, oder hetero. Mehr als 4.000 Teilnehmerinnen* erleben hier Partys, Konzerte, Lesungen, Workshops, Talks und vieles mehr. Das empowert Frauen von 18 bis 70 und sorgt auch für breite mediale Präsenz lesbischer Themen.

Eva Burgdorf

Eva Burgdorf

Eva Burgdorf engagiert sich seit den 90er-Jahren gegen Diskriminierung innerhalb der Evangelischen Kirche. Sie setzte sich früh für die Segnung von Homo-Paaren ein, entwickelte 2013 das Regenbogenzentrum des Kirchentages mit und empowert dort bis zu 500 Teilnehmer*innen im Workshop „Mit der Bibel gegen Homofeindlichkeit“. Die Leerstelle des „L“ bei den LSBTIQ+-Geflüchteten ist aktuell ihr großes Thema in Hamburg, insbesondere das Projekt Refugee Sisters, das Lesben mit Fluchtgeschichte einen Schutzraum bietet. Beim Runden Tisch gegen Rassismus, Trans*- und Homophobie wie beim Lesbenverein Intervention sorgt Eva Burgdorf für lesbische Sichtbarkeit und kämpft nicht zuletzt gegen das Gendergap, unter dem Lesben bei der Finanzierung von Projekten immer noch leiden.

Wer hat schon einen Pride Award erhalten?

Sabrina Beul

Sabrina Beul

Seit 2004 ist Sabrina ehrenamtlich bei der Aids-Hilfe Hamburg aktiv und dort einfach nicht mehr wegzudenken. Als Los-Queen für die Tombola arbeitet sie jedes Jahr höchst erfolgreich u.a. auf dem CSD-Straßenfest und sorgt damit für hohe Spendeneinnahmen. Genauso wichtig ist Sabrinas Engagement im Fachbeirat „Leben mit HIV und Aids“. Im Aufsichtsrat (Vorstand) der Hamburger Aids-Hilfe ist sie die Stimme und Vertreterin der Menschen mit HIV und Aids. Als engagierte Trans*frau zeigt Sabrina auf zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und in den Medien immer wieder Gesicht. Ihre unkomplizierte Art, auf Menschen zuzugehen, hilft ihr dabei, offen und öffentlich über HIV und Aids zu reden.

Ehren-Pride-Award 2017

Olivia Jones

Olivia Jones

Olivia Jones verbindet Haltung mit Humor und entlarvt auf diese Weise rechte Rattenfänger. Sie hat nicht nur mit einem legendären TV-Auftritt bei einem NPD-Parteitag Mut gegenüber Rechtsextremisten bewiesen. Mit ihrem Kinderbuch „Keine Angst in andersrum“ hat die Drag Queen auch für die Akzeptanz und Selbstverständlichkeit vielfältiger Lebensweisen geworben. Bei einem Zusammentreffen mit der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt stellte sich Jones außerdem engagiert und mit breiter öffentlicher Beachtung gegen ein Positionspapier der Rechtspopulisten, das sich gegen die Akzeptanz vielfältiger Lebensweisen richtet und auch von Hamburger AfD-Bürgerschafstabgeordneten unterzeichnet wurde.

2016: Valery Pearl

Valery Pearl @Christoph J.

Die Hamburger Drag Queen kennt man eigentlich als Partytier: Als Gastgeberin oder DJane hat sich Valery auch über Hamburgs Grenzen hinaus längst einen Namen gemacht. Ihr unermüdlicher Einsatz für Geflüchtete ist hingegen vielen nicht bewusst. Dabei hat Valery, die eigentlich Dennis heißt, sehr engagiert im letzten Sommer am Hauptbahnhof geholfen, Spenden gesammelt, erfolgreich eine Kleidersammlung organisiert und sich mit viel persönlichem Einsatz um schwule Syrer gekümmert, denen sie ein Stück Familienersatz organisiert hat. Das im Sommer erscheinende Kochbuch „Kiezküche Refugees Welcome“ wurde von ihr angestoßen, der Erlös kommt Flüchtlingsprojekten in Hamburg zugute.

2015: Schulaufklärungsprojekt Soorum

Soorum

Die Teammitglieder von Soorum sind lesbisch, schwul, bi, trans*, hetero und/oder queer und wollen mit ihrer Arbeit mehr Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt schaffen. Seit 2012 kooperiert Soorum mit dem Landes-Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) sowie drei Hamburger Schulen. In der Zusammenarbeit sollen die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt als Thema fest in den Schulen verankert werden.

 

Ehren-Pride-Award: Karin Wilsdorf

Karin Wilsdorf

Erstmals wurde 2015 auch ein Ehren-Pride-Award verliehen. Dieser ging an Karin Wilsdorf, die sich über Jahrzehnte hinweg für die Gleichberechtigung von Frauen und Lesben in Hamburg stark gemacht hat. Sie hat u.a. das Frauencafé endlich und das Hotel Hanseatin zusammen mit ihrer Partnerin Linda Schlüter eröffnet sowie über viele Jahre hinweg die legendären Hamburger Frauenbälle organisiert. Karin Wilsdorf ist leider im Juni 2015 verstorben.

 

2014: LSVD Hamburg mit Barbara Mansberg und Wolfgang Preußner

LSVD Hamburg

Barbara Mansberg und Wolfgang Preußner organisieren für den LSVD Hamburg seit drei Jahren den engen Kontakt und Austausch  in die Partnerstadt Sankt Petersburg und zu den Partnerorganisationen „Side by Side“ und „Coming Out“. Darüber hinaus engagieren sich die beiden auch in Hamburg, etwa beim Rainbowflash, und sorgen so dafür, dass die Menschenrechtsverletzungen, denen LGBTI in Russland ausgesetzt sind, hierzulande nicht in Vergessenheit geraten.

 

2013: Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann

Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann

Die beiden Historiker widmen sich seit vielen Jahren ehrenamtlich der Aufarbeitung der Geschichte Homosexueller und insbesondere ihrer Verfolgung in Hamburg. Ihre Arbeit leistet einen wertvollen Beitrag zur Sichtbarmachung homosexuellen Lebens sowie zur Erinnerung an die homosexuellen NS-Opfer und ist darüber hinaus Teil der öffentlichen Erinnerungskultur geworden. Das Ergebnis ihrer jahrelangen Recherchen und Dokumentation zeichnet sich durch Bücher, zahlreiche Stadtführungen und Ausstellungen aus.

 

2012: Wanja Kilber

Wanja Kilber

Wanja Kilber ist ein deutsch-russischer Aktivist. 2009 erfand er in Hamburg den „Rainbow Flash“ und schuf auf diese Weise eine globale LGBT-Aktion, an der schon im ersten Jahr 30 Städte in Russland teilnahmen. Heute steigen in New York, Asien und sogar Kasachstan am 17. Mai jeden Jahres Ballons in den Himmel. Weiterhin demonstrierte er aktiv im russischen St. Petersburg gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben und riskierte damit seine Verhaftung. 2010 lief er mit russischsprachigen Freundinnen und Freunden und einem Regenbogendrachen durch Hamburg. Der Drache als Moskauer Wappentier war eine Antwort auf die Schwulenfeindlichkeit des dortigen Bürgermeisters.

 

2011: Testkampagne von Hein&Fiete, Stefan Semrau und Paul Schimweg

Das Kampagnenteam

2011 hat Hamburg Pride e.V. die ersten drei Pride Awards verliehen: Hein & Fiete, Grafiker Stefan Semrau und Fotograf Paul Schimweg haben diese für die Testkampagne erhalten, welche unter dem Motto „ich weiß bescheid“ lief. Damit machte der Hamburger schwule Infoladen auf sein Angebot zur Testberatung aufmerksam und stellte die Aufklärung in den Vordergrund. Übertragungswege von HIV, Syphilis, Hepatitiden, Tripper und Chlamydien standen dabei genauso im Blickfeld wie das individuelle sexuelle Risikoverhalten.