Was geht 2021?

2020 war ein CSD kaum möglich. Auch für diesen Sommer sind die Aussichten schwierig. Wir bei Hamburg Pride wollen, dass 2021 ein Jahr des Möglichmachens wird. Zumindest dort, wo Hygiene-Konzepte Veranstaltungen realisierbar und verantwortbar machen. Wo es möglich ist, wollen wir mit Online- oder Hybrid-Formaten im Rahmen der Möglichkeiten arbeiten.

Pride Weeks

In diesem Jahr gibt es zwei Pride Weeks: Wir eröffnen den CSD am 24. Juli 2021 mit der Pride Night auf Kampnagel. Eine Fotoausstellung über die Geschichte des Hamburger CSD wird vom 1. bis 15. August im Levantehaus gezeigt. Am 5. und 6. August findet eine Menschenrechts-Konferenz statt. Auch die Aktion Hamburg zeigt Flagge wird es wieder geben.

Pride House

Vom 25. bis 29. Juli öffnet das Pride House. Es ist der zentrale Veranstaltungsort während der ersten der beiden Pride Weeks und wird den ausrichtenden Gruppen und Initiativen kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Pride House ist in diesem Jahr wieder im IFZ/Schorsch in der Rostocker Straße 7 in St. Georg zu finden. Über die Möglichkeiten der Präsenzveranstaltungen werden wir rechtzeitig informieren.

Fahrrad-Demo

Für den 7. August ist unsere CSD-Fahrraddemonstrationangemeldet, in welcher Größe sie stattfinden kann, müssen wir abwarten. Im August 2020 haben rund 2.500 Menschen an der CSD-Fahrraddemonstration teilgenommen. Welche Möglichkeiten sich 2021 ergeben, bleibt abzuwarten. Für uns ist klar: Ein CSD gehört auf die Straße und ist kein Zoom-Meeting.

Keep on fighting. Together.

Unser CSD-Motto 2021

Im Jahr 1980 gingen in Hamburg erstmals Lesben und Schwule auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Das Motto der ersten sog. Stonewall-Demonstration lautete: „Gegen die Diskriminierung der Homosexuellen. Wir sind viele!“ 1.500 Menschen beteiligten sich damals an dem Protestmarsch, der in einer Auseinandersetzung mit der Polizei endete, die die Teilnehmer*innen heimlich fotografierte. Als diese daraufhin die Herausgabe der Filme forderten, kam es zum Einsatz von Reizgas und Schlagstöcken durch die Polizei.

41 Jahre später ist knapp eine viertel Million Menschen dabei, wenn sich der HAMBURG PRIDE durch die Stadt bewegt. Die Konfrontation ist längst einer Kooperation mit der Polizei gewichen; der Demonstrationszug wird heute durch viele Mitglieder aus Senat und Bürgerschaft angeführt und begleitet. Längst geht es nicht mehr nur um Homosexuelle: Der CSD steht für die Rechte der gesamten LSBTIQ-Community ein. Mit der Ehe für alle ist zwar ein politisches Etappenziel erreicht, doch nach wie vor sind wesentliche Forderungen nicht umgesetzt. Die Rechte von trans und intergeschlechtlichen Menschen, die Aufnahme eines Diskriminierungsschutzes in das Grundgesetz – diese und viele andere Themen stehen weiterhin auf der Agenda.

Deshalb ist das 40-jährige CSD-Jubiläum des vergangenen Jahres, das wir corona-bedingt nun 2021 nachholen, zwar ein Grund zum Feiern, aber vor allem ein Grund der Selbstvergewisserung: Unser Kampf für die volle rechtliche Gleichstellung, die Akzeptanz und die Menschenrechte von LSBTIQ ist noch lange nicht am Ende. Daran soll das CSD-Motto auch 2021 erinnern: „Keep on fighting. Together.“ Es soll die gesamte Stadtgesellschaft dazu ermuntern, zusammenzustehen und sich für die Rechte und die Akzeptanz von LSBTIQ stark zu machen. Unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, von Alter oder Herkunft oder Hautfarbe. Denn die Rechte von Minderheiten betreffen die gesamte Gesellschaft.

Gleichzeitig will der HAMBURG PRIDE 2021 in seinem nachgeholten Jubiläumsjahr das Tor zur Welt aufstoßen und durch die Teilnahme von Aktivist*innen aus unseren Partnerstädten dazu beitragen, die Situation von LSBTIQ global zu betrachten, um voneinander zu lernen und miteinander solidarisch zu sein. Auch dafür steht der Slogan „Keep on fighting. Together.“