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Buntes Plakat mit Schriftzug "Solidarisch queer"

Schutzschild für queere Menschen

Die Agentur Superpeers hat die CSD-Kampagne 2026 pro bono entwickelt

Hamburg Pride: 2019 habt ihr schon einmal die CSD-Kampagne entwickelt. Was war euer Motiv, dieses Jahr noch einmal an den Start zu gehen?

Superpeers: Der CSD ist für uns weit mehr als ein jährliches Event. Er ist Ausdruck von Haltung, Sichtbarkeit und politischem Zusammenhalt. Bereits 2019 durften wir die Kampagne mitgestalten und daran wollten wir bewusst anknüpfen. Vielfalt, Respekt, Wertschätzung und Offenheit sind für uns keine Schlagworte, sondern fester Bestandteil unserer Superpeers-DNA. Gerade in einer Zeit, in der queere Errungenschaften nicht mehr selbstverständlich sind und gesellschaftliche Entwicklungen Anlass zur Sorge geben, war es uns wichtig, erneut ein klares visuelles Zeichen zu setzen und die Stimme der Community zu stärken.

Was ist der Kerngedanke der Kampagne?

Im Zentrum steht die Solidarität. Die Kampagne erzählt von Zusammenhalt, Schutz und Selbstbewusstsein. Das Schild als zentrales Element steht sinnbildlich dafür, sich gegenseitig zu stärken und füreinander einzustehen. Vielfalt ist dabei kein Nebenaspekt, sondern der Kern unserer Stärke. Das nach vorn gerichtete Schild wird zum Symbol für Schutz und Widerstand in einer Zeit zunehmender Anfeindungen. Die Gemeinschaft dahinter steht für Solidarität und Sichtbarkeit. Wir verstecken uns nicht. Gemeinsam sind wir stark.

Was war euch bei der Umsetzung wichtig?

Wir wollten die LGBTQIA+-Community so zeigen, wie sie ist. Vielschichtig, selbstbewusst und nicht immer angepasst an Erwartungen von außen. Zur queeren Gemeinschaft gehören neben trans-, bi- und nichtbinären Menschen ganz selbstverständlich auch Leather-, Puppy- oder Bear-Communities, die genauso Teil der CSD-Demonstration sind wie alle anderen. Gleichzeitig war uns wichtig, Menschen sichtbar zu machen, die oft übersehen werden, etwa ältere Personen oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Der Einsatz des Vereins, allen die Teilnahme an der Demonstration zu ermöglichen, sollte sich auch im Motiv widerspiegeln. Auch prägende Elemente des Hamburger CSD haben wir bewusst aufgegriffen: Die Dykes on Bikes als traditioneller Auftakt der Demonstration sind ein starkes Symbol und fester Bestandteil des Hamburger CSD. Der bewusst gewählte, leicht manga-inspirierte Stil unterstützt diese Idee. Er schafft eine eigene visuelle Sprache, die emotional zugänglich ist, ohne an Klarheit zu verlieren, und gibt der Kampagne eine zeitgemäße, kraftvolle Dynamik. Am Ende ging es darum, ein Motiv zu schaffen, in dem sich möglichst viele wiederfinden können.

Was war die größte Herausforderung?

Die richtige Balance zu finden. Das Motiv sollte klar, mutig und gleichzeitig zugänglich sein. Eine besondere Herausforderung war dabei das Spannungsfeld zwischen Plakativität und Vielfalt. Uns war wichtig, eine starke visuelle Klarheit zu schaffen, ohne die Vielschichtigkeit der Community zu reduzieren. Zugleich wollten wir niemanden ausschließen und bewusst auch jene sichtbar machen, die oft weniger Raum bekommen. Darüber hinaus haben wir uns intensiv mit den Kampagnen der vergangenen Jahre auseinandergesetzt und bewusst einen eigenständigen, ungewöhnlicheren Ansatz gewählt, um der Kampagne 2026 eine neue visuelle Kraft zu geben.

Zwei männlich gelesene Personen blicken in Kamera
Chris und Eric Mertens (v.l.) von Superpeers eG sind für Idee und kreative Leitung der CSD Kampagne 2026 verantwortlich
Superpeers eG