Emanzipation und Sichtbarkeit

Fotos aus 40 Jahren CSD in Hamburg

Der Hamburger Fotograf Chris Lambertsen hat den CSD von der ersten „Stonewall-Demonstration“ 1980 bis heute begleitet. Seine Bilder dokumentieren ein Stück Hamburger Stadtgeschichte: Von der ersten Demonstration mit 1.500 Teilnehmer:innen bis zur jährlichen Großveranstaltung, die vor der Corona-Pandemie 2019 zuletzt von fast 250.000 Menschen begleitet wurde. Hamburg Pride e.V. zeigt vom 2. bis 15. August 2021 im  Levantehaus  eine Ausstellung mit Aufnahmen von Chris Lambertsen und anderen.

„1980 war das Interesse der Öffentlichkeit für unsere Belange eher gering ausgeprägt“, erinnert sich Lambertsen, der damals als Student der Visuellen Kommunikation an der Hamburger Hochschule für bildende Künste (HfbK) Demonstrationen in erster Linie dokumentieren wollte. „Außerdem war es schön, eine Zugehörigkeit außerhalb der Subkultur zu erleben.“ Die Community habe im Laufe der Jahrzehnte immer mit Kreativität, Witz und Engagement auf Krisen reagiert, so Lambertsen; Aids sei ein Beispiel dafür. „Es sind die Bilder, die viel – auf unsere ganz eigene Art – transportieren und vermitteln.“

Verändert hat sich aus Sicht des CSD-Chronisten der Blick auf die Situationen außerhalb Deutschlands. „Die politischen Umstände für LGBTI in der Welt verschärfen sich. Wir können mit unseren Mitteln zur Solidarität in diesen Ländern beitragen und tun das ja auch“, so Lambertsen. Für ihn einer der Gründe, weiterhin auf die Straße zu gehen. Natürlich mit der Kamera.

 

Die Ausstellung kann vom 2. bis 15. August während der Öffnungszeiten im Levantehaus (Mönckebergstraße 7, 20095 Hamburg) von 10 Uhr bis 20 Uhr besichtigt werden. Sie wird von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert.